Leseprobe

Kamingeschichten

Feucht - fröhliche Entenjagd

Die Entenjagd, obwohl oft mit reichlich Tücken und Schwierigkeiten verbunden, bereitet vielen Jägersleute besondere Freude, setzt sie doch ein besonderes jagdliches Gespür und Geschick voraus. Das beruht im Besonderen darauf, das die Tiere von Natur aus mit einer reichlichen Portion Schlauheit gesegnet sind, was schon so manchen Jägersmann in Erstaunen versetzt hat.

Enten verhalten sich, der Tageszeit entsprechend, oftmals völlig unterschiedlich. In den frühen Morgenstunden kommen sie meist in mäßiger Höhe angestrichen, man kann ihre Lautäußerungen so schon von weither vernehmen und sich mit der Flinte vorbereiten. Geht es nun auf Mittag zu, sind sie weit aus höher in den Lüften unterwegs und kommen nur im Sturzflug herab ins Wasser. So hat der Jäger, trotz größter Aufmerksamkeit und günstigem Standplatz kaum die Möglichkeit zum Schuß zu kommen. Gegen Abend wiederum tauchen die Vögel schon früh vor der Dämmerung auf, verhalten sich lange ruhig und bewegen sich äußerst vorsichtig, bis dem Weidmann das Büchsenlicht ausgegangen ist. In dieser Zeit einen guten Schuß anzubringen, ist auch für den geübten Entenjäger fast unmöglich.

Nun - das sind Erfahrungen, die jeder Jägersmann selbst machen muß. Von Mal zu Mal ist die Situation unterschiedlich und nur Stück für Stück kann das weidmännische Wissen und Können erlernt und vervollständigt werden. Der gute Jäger wächst mit seinen Erfahrungen.

Ende September, an einem herrlichen Spätsommertag hatte Georg Zimmermann zur Stockentenjagd geladen. Gerne folgten die Jagdfreunde und der Großvater dieser Einladung, denn sie wußten genau, bei ihm gab es immer was besonderes zu erleben.

Georg, das muß vorweg erwähnt werden, ist ein lustiger Mensch, ein guter Jäger und Fischer als auch ein äußerst tüchtiger Geschäftsmann. Von seinem Vater hatte er vor Jahren eine kleine Waldgaststätte übernommen, die bis dato mehr Schlecht als Recht den Wirt ernährte.
Dank Georg´s Geschäftssinn, seinen neuen Ideen und vor allem durch seinen Fleiß begann sich die Gaststätte mehr und mehr zu beleben. Er hatte das Angebot erweitert und in unzähligen Stunden handwerklicher Arbeit vieles erneuert, umgestaltet und bot somit den Gästen eine urgemütliche Atmosphäre. So entstand im Laufe der Jahre ein stattliches Anwesen mit florierender Gastronomie. Die landschaftlich herrliche Lage am angrenzenden Waldrand, die nahen Fischteiche und ein Quelle mit glasklarem Wasser, all das bot durchaus seine Reize.
Und Georg hatte die richtige Spürnase für so etwas. Er pachtete das umliegende Waldstück, gut einhundert Hektar, mit den Teichen und ein Stück angrenzende Feldflur, entlang des Waldrandes. Der Wald war an vielen Stellen verwahrlost. Unzählige Stunden verbrachten er ,seine Familie und Freunde damit, Windbruch zu beseitigen, Wege zu reparieren und Anpflanzungen vorzunehmen.
Auch an den Teichen gab es viel zu tun. Die Wehre wurden komplett erneuert, etliche Meter Rohr verlegt und Schlammassen beseitigt. Auch mußte der Fischbestand erfaßt und Nachwuchs ausgesetzt werden. So entstanden nach und nach wieder funktionsfähige Fischteiche, an denen man seine Freude haben konnte. Der Fischbesatz reicht angefangen vom Karpfen über Hecht, Aal, Barsch und Zander bis hin zu Schleie und Wels. Wobei Georg die Welse gar nicht so gerne sieht, sind sie doch dafür bekannt, den anderen Fischen öfters ans Leder, oder besser gesagt an Schuppen und Flossen zu gehen. Im glasklaren Quellbach tummeln sich muntere Forellen.
Wen wundert es also, daß Georg das Angebot in seinem Waldrestaurant speziell ausgerichtet hat? Seine Gerichte von Wild und Fisch stehen bei den Gästen hoch im Kurs, nicht zuletzt, weil ....


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